Musik - Nahrung für die Seele


Akkordeon-Musik

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Juni 88 Ich liege auf dem Stubenteppich und schreibe Musiknoten. In einer Nacht füllen sich neun Seiten. Ich bin aufgewühlt. Wie ein Vulkanausbruch drängt etwas aus mir hervor, mit dem ich neun Monate lang schwanger gewesen bin. Ich kann es nicht zurückhalten, denn es tut innerlich weh. Es kommt mir vor wie die Geburt eines Kindes, das ich nicht geplant habe. Kretek wird geboren.

Inzwischen bin ich damit vertraut, dass ich beim Üben, sei es am Klavier oder am Akkordeon, immer wieder abschweife, die Finger irgendwelche Töne formen und Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich liebe es, Stimmungen einzufangen, sie einen Moment festzuhalten und intensiv zu durchleben, um sie dann wieder loszulassen. So bleibt das Leben in stetiger Bewegung.

Mai 99 Vor meiner Wohnung fahren die Bagger auf. Eine Strasse wird gebaut. Ich höre durchs offene Fenster eine Stimme: «Dieser Baum muss auch noch weg». Das Geräusch der Motorsäge unterbricht das Vogelgezwitscher, Ast für Ast wird abgehauen. Es fühlt sich an, als würde mir ein Finger nach dem andern von meiner Hand abgeschnitten. Innerhalb von drei Tagen verwandelt sich meine unmittelbare Umgebung, die aus Blumen, Sträuchern und Bäumen bestanden hatte, in ein Schlachtfeld und ich werde heimatlos. Ich meine, im lähmenden Schmerz zu versinken. Doch meine Finger bringen das Akkordeon zum Tönen und geben der Verzweiflung Ausdruck.
Ein Jahr später höre ich mir mit einer Freundin die Aufnahme des damals entstandenen Stückes an. Sie liegt auf dem Bett und sagt: «Es ist, als würde ich auf einem breiten, ruhigen Fluss dahinfliessen und mich voller Vertrauen der Strömung hingeben». Ich bin überrascht und höre mir das Stück, mit dieser für mich neuen Vorstellung nochmals an und stelle fest, dass ich dies nachempfinden kann. So hautnah beieinander liegen die Gefühle von totaler Verzweiflung und absoluter Geborgenheit!

Juli 99 Regen in der Zentralschweiz, Nordföhn im Tessin. Es ist mein Geburtstag und ich schenke mir einen Tag Sonne und Wärme. Ich laufe den Berg hoch, immer höher und höher, und mit jedem Schritt werde ich leichter und komme dem Himmel etwas näher. Auf dem Gipfel des Piz Vogorno tut sich eine fantastische Aussicht auf die Magadinoebene auf, die Welt liegt mir zu Füssen. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchströmt mich. Wie kann ich dies jemandem mitteilen?
Zum Glück gibt es die Musik.

Irene Lötscher, Juni 2006

Möchtest du einen stimmungsvollen Anlass gestalten, bei dem sich die Menschen begegnen und wohlfühlen können, z.B. Geburtstagsfest, Apéro oder Diplomfeier?
Gerne bereite ich den Teppich dafür mit Zigeunermusik, Musette, Tangos, Volksmusik aus aller Welt und Eigenkompositionen. Ich freue mich, wenn sich deine Gäste davon berühren und bewegen lassen.


Irene Lötscher, irene@kine-cranio.ch




kretek

CD mit Eigenkompositionen, Preis: Fr. 25.–. Bestellung: irene@kine-cranio.ch